Zur aktuellen Pressemeldung der Salzburger Nachrichten vom 06.12.2019, in der SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid zitiert wird, sowie zu den in den vergangenen Monaten gegen TeenSTAR erhobenen Vorwürfen gibt TeenSTAR Österreich folgende Stellungnahme ab:

 

Das TeenSTAR-Programm wurde stets unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse erarbeitet. Aufgrund der öffentlich geäußerten Kritik wurde in den letzten Monaten zusätzlich zu den regelmäßigen Überprüfungen und Verbesserungen, die ein wichtiger Bestandteil jeder gut geführten sexualpädagogischen Initiative sind, eine Fachgruppe aus Pädagogen/Pädagoginnen, Psychologen/Psychologinnen, Sexualwissenschaftlern/Sexualwissenschaftlerinnen sowie Ärzten/Ärztinnen eingesetzt, um das Konzept vertieft fachwissenschaftlich zu überprüfen und an den aktuellsten Stand anzupassen.

§ 2 des Schulorganisationsgesetzes regelt ausdrücklich den Bezug auf die sittlichen und religiösen Werte, die in den Unterricht einfließen sollen1). In diesem Sinne orientiert sich TeenSTAR am christlichen Menschenbild, das das Fundament der westlichen Kultur und der Menschenrechte bildet. Eckpunkte dieses Menschenbildes sind die personale Würde, Nächstenliebe, Freiheit, Offenheit, Toleranz und die Verantwortlichkeit jedes Menschen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit zu umfassender Bildung und Informationsvermittlung bei gleichzeitiger kritischer Reflexion und Anleitung zu eigenständigem Denken. Diesen Grundsätzen weiß sich TeenSTAR verpflichtet, daher ist das grundlegende Konzept der Kursarbeit breite Informations- und Wissensvermittlung einerseits und selbständiges kritisches Erarbeiten der Inhalte durch die Teilnehmer/innen in der Gruppe andererseits.

Gleichzeitig unterscheidet TeenSTAR bei der Vermittlung von Inhalten die wissenschaftlich begründbare von der weltanschaulichen Ebene. Jede ideologische Verengung wird von TeenSTAR entsprechend diesen Grundsätzen, die auch in § 2 des Schulorganisationsgesetzes geregelt sind, abgelehnt. Für die sexualpädagogische Praxis bedeutet dies, dass sich die Kursteilnehmer/innen entsprechend ihres Alters mit den pluralistischen Weltanschauungen auseinandersetzen. Ziel ist die Befähigung der jungen Menschen zu eigenständigen, verantwortungsbewussten Entscheidungen für ihr Leben mit besonderem Schwerpunkt auf der Gestaltung ihrer Sexualität.

Der Kritik von Sonja Hammerschmid ist zu entgegnen, dass gerade die Orientierung des TeenSTAR-Programms an der unveräußerlichen Würde eines jeden Menschen die  Wahrung der Menschenrechte gewährleistet. Auch ist es seitens des Bildungsministeriums zu keinem Verbot der Tätigkeit von TeenSTAR an Schulen gekommen. Die äußerst positiven Feedbacks von Schülern/Schülerinnen, Lehrern/Lehrerinnen und Eltern, die mit TeenSTAR Kontakt hatten, sind zudem ein klarer Beleg für die kind- und jugendgerechte Arbeit. Das Vertrauen, das TeenSTAR entgegengebracht wird, versteht der Verein als Auftrag, weiterhin einen positiven Beitrag für junge Menschen zu leisten.

 


1) § 2 des Schulunterrichtsgesetzes legt fest:

§ 2. Aufgabe der österreichischen Schule

Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken. Sie hat die Jugend mit dem für das Leben und den künftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können auszustatten und zum selbsttätigen Bildungserwerb zu erziehen.